Ein kulinarischer Tag in Ålesund

Nachdem mich Trondheim bereits so überrascht hatte, war ich ebenso begeistert von Ålesund! Auch hier kam ich total unvorbereitet in die Stadt gefahren und informierte mich vorher weder über Sehenswürdigkeiten noch Restaurants. Am Ende blieb ich 3 Tage, was wohl schon alles verrät… es war traumhaft!

Ålesund ist direkt auf einer Inselkette und dementsprechend von vielen kleinen Eiländern und viel Meer umgeben. Mehr maritimes Flair geht nicht! Dabei ist es umrandet von vielen schneebedeckten Bergen und hat selbst auch einige Hügel aufzuweisen. Daher kam der Stadtrundgang einem Workout gleich. Tolle Aussichten machten die Anstrengung wieder wet und insbesondere der Blick vom „Fjellstua“, eine Berg mit 400 Treppenstufen direkt in der Mitte der Stadt – einfach nur atemberaubend!

Nachdem ich also einen ersten Rundgang durch die Stadt unternommen und die Atmosphere eingeatmet hatte, machte ich mich auf die Suche nach einem Kaffee. Ich besuchte das Lokal „Dråpe“, welches Kaffee von der lokalen Kaffeerösterei „Jacu“ vermarktet. Ich probierte einen Kaffee aus Brasilien, welcher für mich handgebrüht wurde. Leicht und trotzdem Noten von Schokolade und Haselnuss – sehr gut! Das Lokal bietet darüber hinaus noch eine Vielzahl an Kuchen und Gebäck sowie einige warme Gerichte an – alles in einer sehr gemütlichen aber eleganten Atmosphäre. Ich war in den kommenden Tagen öfters dort und wurde einen Abend sogar mit einem kostenlosen Konzert von der örtlichen Musikschule überrascht. Nur zu empfehlen!

Nachdem ich also am ersten Tag den Cafe verließ, wanderte ich weiter in der Innenstadt und entdeckte einen kleinen Platz (Kiperviktorget 1) mit einigen Food-Trucks, welche eine gute Auswahl an Snacks um die Mittagszeit anbieten. Ein kurzes Stück weiter war auch ein echter VW Bulli zum Kaffeemobil umgebaut worden und versorgte die Passanten mit frischen Kaffee. Direkt daneben der lokale Fischverkäufer „Fisketorget Delikatesse“, welcher nicht nur frischen Fisch sondern auch Snacks und Sushi verkauft.

Andere empfehlenswerte Lokale, die ich in den Tagen entdeckte, sind: Lyst Cafe Bar, Let’s eat Deli oder the Racoon Coffee Place. Alle wirklich gut!

Später am Nachmittag machte ich mich auf den Weg zur lokalen Brauerei namens „MOLO“, wo ich Daniel, einen der Bierbrauer, kennenlernte. Leider mussten einige Verbesserungsarbeiten an der Brauerei selbst vorgenommen werden, sodass wir diese nur von weitem besichtigen konnten. Es reichte jedoch, um einen Eindruck von der Dimension dieser Brauerei zu bekommen. Ganze 25 Fermentierungstanks!! Und ebenso viele Biere zur Auswahl an der Bar, welche direkt davor positioniert wurde. Daniel und Randy sind immer daran gelegen neue Biere zu entwickeln und neue Kreationen anzubieten. Ihre Biere werden ausschließlich direkt verkauft, da sie aus Platzgründen keine Abfüllmaschinen besitzen. Es ist nur noch in einigen wenigen Bars in der Stadt erhältlich und daher eine Art Rarität. Die Brauerei gehört tatsächlich zwei Freunden, welche vor einigen Jahren ein Musikstudio in der Gegend eröffneten und damit sehr erfolgreich geworden sind. Sänger wie Elton John nahmen dort schon Platten auf! Nach einiger Zeit machten sie es sich zur Aufgabe das Nachleben in Ålesund zu revolutionieren und nahmen nicht nur an Festivals teil, sondern gründeten die Brauerei sowie zwei andere Locations. Damit belebten sie die Stadt enorm und auch die Brauerei zählt zu den festen Institutionen des Nachtlebens. Direkt vor dem eigentlichen Brauereibereich ist die Bar mit seinen 25 Hähnen und bildet den Anfang einer großen aber trotzdem gemütlichen Halle mit lauter Sitzgelegenheiten. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit Shuffle-Board oder eine Vielzahl an Brettspielen zu spielen, sodass die Bar eher ein gemütlicher Ort ist um den Abend zu verbringen. Ein sehr entspannter Ort direkt am Hafen im Industrieloft-Style.

Innerhalb des Gespräches mit Daniel wurde klar, wie sehr er für einen Job und das Bier brauen lebt. Er ist besonders an den chemischen Zusammensetzungen und biologischen Abläufen interessiert und strebt nach Bieren, die in jeglicher Hinsicht stimmig sind. Ich probierte also einige der 25 Biere und erlebte viele neuartige Geschmacksrichtungen, die ich so vorher noch nie mit Bier in Verbindung brachte. Und alle schmeckten sie abgestimmt und harmonisch! Es hat definitiv meinen kulinarischen Horizont erweitert und beweist, dass das Verstehen eines Handwerks in mehreren Dimensionen zum besseren Ergebnis beiträgt. Vielen Dank für die super Gespräche und den schönen Abend an Daniel, der trotz (Männer-)grippe seine Zeit opferte.

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