Ein kulinarischer Tag in Oslo

Oslo war nun der letzte kulinarische Stop auf meiner Reise durch Norwegen. Nach mehr als acht Wochen, 2.000 Kilometer und vielen beeindruckenden Orten sowie dem Kennenlernen von vielen faszinierenden Menschen erreichte ich nun endlich die Hauptstadt Norwegens und war gespannt, was mich erwarten würde.

Dieses Mal war ich jedoch nicht allein unterwegs, sondern eine liebe Freundin aus Deutschland besuchte mich für das Wochenende. Direkt nachdem ich sie vom Flughafen abgeholt hatte, machten wir uns auf den Weg zur Oslo Håndverksdestilleri „OHD“ (Nils Hansens vei 14, 0667 Oslo, Norwegen) und trafen Grim. Ich hatte mich mit ihm für diesen Abend verabredet, da die Destillerie zu dem Zeitpunkt offen für Besucher und ein Tasting von Weihnachtsbieren veranstaltete. Perfekt, um die Destillerie und die Produkte kennenzulernen. Das Team von OHD hat sich dem Kreieren hochwertiger handgemachter Geiste mit Zutaten der Natur Norwegens verschrieben. Sie stellen verschiedene Sorten von Akvavit und Gin, sowie eines Bitters her. Vier Männer gründeten OHD in 2015 und arbeiteten allesamt im Alkohol-Sektor zuvor. Die Destillerie ist in einem alten ehrwürdigen Industriekomplex nahe am längsten Fluss Oslos namens „Alna“ gelegen. Die ersten Handwerke siedelten sich dort um 1880 an und so entstand auch das rote Backsteingebäude der heutigen Destillerie zu dieser Zeit. So zeigten uns Grim und der Chef-Destiller Matt ihre Produktionsstätte und erklärten ihre verschiedenen Produkte sowie Herstellungsarten. Sie experimentieren dabei viel mit den verschiedenen Zutaten sowie der Komponente Zeit. So fügen sie manchmal Früchte wie Himbeeren erst mitten im Destillationsprozess hinzu oder lagern eine Sorte ihres Akvavits in Rumfässern aus Cuba. Der Weihnachts-Akvavit lagert beispielsweise in Weinfässern und wird am Ende mit Kirschen und Pflaumen angereichert. Sie versuchen immer neue einzigartige Geiste zu kreieren und fordern sich dabei selbst heraus. Sie haben auch ein großes Labor, welches auf der zweiten Ebene über der Destillerie gelegen ist und den Produktionsraum damit überblickt. Dort sind drei Mini-Destillerien, um neue Geschmacksrichtungen auszuprobieren. Auch bieten sie Eventabende an, bei denen Gäste ihren eigenen Gin oder Akvavit kreieren können. Zum einen bieten sie damit ein tolles Erlebnis und zum anderen erfahren sie somit Geschmackspräferenzen des Kundens. 

Direkt neben dem Labor ist auch der Eingang zu ihrer hauseigenen Bar, welche an diesem Abend für das Tasting geöffnet war. Dort lernten wir Ingrid kennen, welche uns durch die verschiedenen Spirits der Destillerie geleitete und ein sehr spannendes Tasting kreierte. Wir probierten uns durch mehrere Akvavits, Gins und versuchten uns auch an dem Bitter. Jeder einzelne war einzigartig und brachte eine eigene Komponente zum Vorschein, welche an die Natur Norwegens erinnerte. Am meisten gefiel mir der Weihnachts-Akvavit und der Rose-Gin. Jedoch war jeder ein Kosten wert! Lieben Dank für den tollen Abend und den gelungenen Auftakt für eine kulinarische Zeit in Oslo!

Nach diesem erfolgreichen Abend freuten wir uns schon auf die anderen kulinarischen Seiten, die Oslo zu bieten hat. Wir starteten also früh in den Tag und genossen ein Frühstück im Café „Liebling“ (Øvrefoss 4, 0555 Oslo). Wie der Name schon sagt, könnte das Frühstück locker zum Lieblings-Frühstück werden. Es war eine festgelegte Kombination aus einem Heißgetränk mit einem frisch gebackenem Croissant und entweder einem Avocado – oder Schinkenbrot. Alles schmeckte einfach nur lecker und sowohl Brot als auch Croissant waren luftig locker. Der Ort war etwas shabby aber sehr gemütlich und das Personal sehr nett. Es ist in einem aufkommenden Viertel Oslos gelegen, wo auch viele andere kleine Lädchen, Restaurants und Cafes gelegen sind. So auch die Kaffeerösterei „supreme.roastworks“ (Thorvald Meyers gate 18A, 0555 Oslo), welche sich selbst „Mikrorösterei und Bohnenjäger“ nennen. Ich tauschte mich eine Weile mit den Baristas aus, welche alle sehr nett waren und offensichtlich Spaß bei der Arbeit haben. Es wurde gescherzt und gelacht und es machte Spaß mit ihnen zu quatschen. Leider war der Chef-Röster nicht vor Ort, jedoch genoss ich einen frisch gebrühten kolumbianischen Kaffee, welcher mir sehr gut gefiel!

Danach war es Zeit eine Weile durch die Gegend zu laufen. Nicht nur, um nach dem ganzen Essen und Sitzen sich die Beine zu vertreten, sondern auch um Oslo weiter kennenzulernen. So wanderten wir durch einen kleinen Park mit einem rauschenden Strom, sowie einige Stadtviertel. Wir sahen die schönsten Gassen Oslos und erreichten dann die Mathallen ((Vulkan 5, 0178 Oslo) – eine Foodhall mit allerlei leckeren Gerichten aus aller Welt. Viele internationale Shops waren um die Halle verteilt und rahmten einen großen Bereich in der Mitte ein, welcher mit Lichterketten geschmückt und auf Bänken und an Tischen zum Verweilen und Kosten der Gerichte einlud. Es gab neben norwegischen Speziealitäten auch Produkte aus Italien, der Türkei und Frankreich. Ein toller gemütlicher Ort, um Zusammenzukommen! Da wir immernoch mehr als satt waren, verließen wir die Mathallen erst einmal wieder und nahmen uns vor dort zum Abendessen wieder einzukehren. Wir liefen also weiter Richtung Stadtzentrum und erreichten die großen Shopping-Straßen. Vorher machten wir noch einen Abstecher zu „My Ugly Baby“ (Youngs gate 9, 0181 Oslo), welches ein kleines Cafe mit guten Doughnuts und selbstgerastetem Kaffee im Angebot ist. Der Ort war so farbenfroh und bunt, wie seine Philosophie. So sagen sie: „Wir tanzen und singen während wir Donuts rollen und frittieren und verzieren sie mit aller Liebe. Wir schlürfen, rösten und brauen Kaffee mit akribischer Hingabe, um dir einen unfassbar leckeren Kaffee zu liefern.“ Und das ist wahr… der Ort ist voll von Energie und Lebensfreude! Natürlich probierten wir einen Doughnut und waren sofort im Himmel angekommen!

Wir liefen also weiter durch das Stadtzentrum Oslos und waren sofort von Menschenmengen umgeben. Das wurde auch nicht besser, als wir am Weihnachtsmarkt direkt vor dem Schloss ankamen. Der Weihnachtsmarkt selbst war zwar ganz schön, jedoch keine Konkurrenz für die deutsche Version, sodass wir uns nicht lange dort aufhielten. Wir flüchteten in Richtung Hafen, um den Menschenmassen zu entgehen und Oslo weiter zu erkunden. Dort fanden wir einige alte Schiffe und eine Burg, welche leicht erhöht lag und von einer hohen Mauer umgeben war. Wir schlenderten durch den Teil und gelangten zum Fährhafen. Dort war auch die Fischhalle gelegen, sowie eine andere Foothalle zu finden. Die sogenannte „Vippa“ (Akershusstranda 25, 0150 Oslo) ist eine Halle aus alten Schiffscontainern und beherbergt 11 verschiedene Essensstände aus aller Welt. Sie legen dabei viel Wert auf das Zusammenkommen verschiedener Kulturen, sowie Nachhaltigkeit und Diversität. Es war ein sehr gemütlicher Ort, welcher im Sommer durch die Nähe zum Wasser sicher noch schöner ist!

Wir machten uns nach einem kleinen Snack auf den Weg zurück zur Mathallen, um uns dort noch etwas durchzuprobieren und „rollten“ dann wortwörtlich zurück zu Spencer.

Von einer Foodie-Perspektive ist Oslo definitivv eine Reise wert. Viele kleine individuelle Konzepte, sowie mehrere Foothalls erfreuen Magen und Seele. Ich habe die typische norwegische Architektur und den damit einhergehenden Charme norwegischer Städte vermisst. Der Funke sprang nicht richtig über, was jedoch am Dauerregen gelegen haben kann. 

Es war jedoch in jedem Falle eine Freude sich durch die Stadt zu essen. Bis zum nächsten Mal! 

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