Ein kulinarischer Tag in Tromsǿ

Nachdem ich zwei Wochen in Naturreservaten und Nationalparks unterwegs war, freute ich mich richtig auf etwas Großstadtfeeling. Nicht, dass ich die Natur und all die atemberaubenden Aussichten nicht genoss, jedoch verbringe ich von Zeit zu Zeit auch gern einen Nachmittag in einem Café mit all seinem Stimmengewirr und Trubel. Daher war ich sehr gespannt, was Tromsǿ so zu bieten hat.

Natürlich begann ich meinen kulinarischen Tag mit einer Zimtwecke. Dafür besuchte ich das kleine aber feine Café namens „riso mat & kaffebar“ (www.risoe-mk.no), welches lauter Zeichnungen und Notizen an seinen Wänden hat. Es macht Spaß immer wieder neue zu entdecken und dabei eine Kanne Chai Latte (welcher sogar aus echtem Tee aufgegossen wurde) zu genießen.

Nach meiner Stärkung machte ich mich auf den Weg in die Innenstadt und genoß die vielen bunten Häuser anzusehen. Es gibt unzählige kleine Lädchen und eine gute Auswahl an Delikatessengeschäften. Dazu gehören „Helmersen Delikatesser & Vinbar“, „Sǿstrene Ingebrigtsen“ und die „Mathallen“, welche alle nicht nur viele interessante lokale Produkte anbieten, sondern auch eine gute Auswahl an Kleinigkeiten zum Mittag oder sogar Abendessen haben. Danach wanderte ich weiter zum Hafen und bestaunte den fantastischen Ausblick auf die andere Seite der Stadt mit seiner arktischen Kathedrale, welche von hohen Bergen umrahmt ist. Natürlich wechselte ich auch ein Mal die Seiten, wanderte über die imposante Brücke und genoss den Blick auf die Innenstadt auf der anderen Seite des Fjords. Es gibt sogar eine Seilbahn den Berg hinauf, um eine noch bessere Sicht zu haben. 

Da ich jedoch nicht so höhenbegeistert bin und auch leichten Hunger verspürte, machte ich mich auf den Rückweg in die Stadt und kehrte bei der „Ra Sushi Bar“ ein. Nicht nur gemütlich und modern, sondern auch noch direkt am Hafen mit herrlichem Blick, sowie einem großen Aquarium in der Mitte des Restaurants. Auch das Sushi ist erstklassig und in der Karte werden viele außergewöhnliche Kreationen, wie gebrannte Mandeln mit Frischkäse und Lachs, angeboten. Einfach nur lecker!

Danach machte ich mich auf den Weg zur „Mack Brauerei“, der nördlichsten Brauerei der Welt, welche werktags Führungen anbietet. Natürlich musste ich an dieser teilnehmen und hatte sogar eine Einzelführung. In Tromsǿ selbst ist die Mack Brauerei nicht mehr ansässig, dafür jedoch sein Tochterunternehmen namens „Mack Mikrobrauerei“. Der Ort hat jedoch eine lange Geschichte und auch Tradition. Markus Mack war ein deutscher Bierbrauer aus Braunschweig und war im frühen 18. Jahrhundert einfach schockiert vom exzessivem Trinkverhalten der Norweger! Auf 5.000 Einwohner in Tromsǿ kamen 33 Bars, welches damalige Trinkgewohnheiten gut erklärt. Daher kaufte Mack 1877 ein Stück Land in Tromsǿ und errichtete darauf die Brauerei. Die Menschen mochten sein Bier und nahmen das Getränk mit weitaus geringerem Alkoholgehalt dankend an. Mack konnte daher schon 1890 seine Brauerei erweitern. Bis 1921 wurde jeder Produktionsschritt noch per Hand durchgeführt und aufgrund einer fehlenden Kühlung wurde Bier vorwiegend im Winter produziert. Selbst die Auslieferung erfolgte per Pferd. 1921 wurden dann endlich wesentliche Neuerungen durch- und die Elektrizität in die Brauerei eingeführt. Nach einem Brand in 1939 wurden noch weitere Modernisierungen vorgenommen, sodass die Brauerei bald 17 verschiedene Gebäude zählte. Die verschiedenen Sorten an Bier und Softgetränken stiegen ebenfalls an. Heute produziert Mack 60 verschiedene Getränke (von Bier, Cider, Softgetränken bis Wasser) und stellt 15 Millionen Liter im Jahr davon her.

Die Mack Mikrobrauerei hingegen wurde erst im Jahre 2000 gegründet und war ursprünglich für die Erstellung neuer Geschmackssorten etabliert worden. Jedoch wurde diese bald zu einem eigenständigen Tochterunternehmen und hat mittlerweile 100 verschiedene Biersorten im Repertoire. Und regelmäßig kommen neue hinzu! Als ich die Brauerei besichtigen durfte, wurde gerade mit einem Bier aus Brot und anderen geheimen Zutaten experimentiert. Sie brauen bis zu 100.000 Liter pro Jahr und stellen diese ausschließlich in Tromsǿ und einem der alten Brauereigebäude her. Ihre Philosophie und die Produkte gehen dabei Hand in Hand mit Rock`n Roll. Jedes Bier wird mit einer eigens dafür zusammengestellte Songliste gebraut, welche auch auf den Etiketten der Flaschen zu finden ist. Selbst die Fermentiertanks sind nach berühmten Rockstars benannt, wie beispielsweise Ringo oder Johnny Cash. Die Braumeister sind davon überzeugt, dass gute Musik die Hefe glücklich macht und glückliche Hefe wiederrum gutschmeckendes Bier erzeugt. Ich hatte dementsprechend eine sehr interessante und witzige Führung, bei der ich viel von der traditionellen Mack Brauerei, sowie von der innovativen Mack Mikro-Brauerei erfahren durfte.

Direkt nebenan sind die „Ølhallen“ – eine Bar, welche 1927 von der Mack-Brauerei eröffnet wurde. Es schenkt norwegische Biere an 67 verschiedenen Zapfhähnen aus und hat eine einzigartig urige Atmosphere. Die Angestellten sind sehr zuvorkommend und haben ein enormes Wissen über die angebotenen Biere. Es werden sogar kleinere Glasgrößen angeboten (170ml), damit man möglichst viele verschiedene Biere probieren kann. Ich habe immerhin 3 von 67 geschafft, sodass ich wohl noch einmal nach Tromsǿ kommen muss. Ich freue mich schon drauf!

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