Gligora Käse von der kroatischen Insel Pag

Bevor ich nach Kroatien fuhr, versuchte ich mich an all die Leckereien zu erinnern, die ich bei meinem früheren Besuchen so probiert hatte und musste natürlich sofort an Schinken und Käse denken. Also begann ich meine Recherche und stieß schnell auf den berühmten Gligora Käse von der Insel Pag. Einer Insel mit 3.500 Einwohnern und 80.000 Schafen.

Gligora Käse wurde im Jahre 1995 von Ivan Gligora und seiner Familie gegründet. Die Tradition der Käseherstellung innerhalb der Familie reicht schon bis 1917 zurück, als schon der Großvater Pag-Käse herstellte. Ivan selbst führte schon in jungen Jahren die Hingabe zum Käse weiter und eignete sich an verschiedenen renommierten Schulen Wissen über die Milchproduktion und Käseerstellung an. Auch arbeitete er in verschiedenen Milchbetrieben, bevor er seine eigene Käserei eröffnete. In den ersten Jahren mussten er und seine Frau viele Tieren meistern, jedoch ging es für das Unternehmen nur noch bergauf, als diesem 2002 die erste internationale Ehrung zuteil wurde. Dieser folgten unzählige Preise und Auszeichnungen, sodass der Gligora-Käse heute zu den erfolgreichsten in Kroatien gehört. Im Jahre 2009 wurde die Käserei sogar modernisiert und stellt seither die modernste Käse-Produktion der Größenordnung in Kroatien dar. Heute produzieren sie bis zu 450 Tonnen Käse, darunter Hartkäse und mittelharten Käse. 50 Tonnen der Gesamtmenge fallen auf den berühmten Pag-Käse zurück, welcher ausschließlich mit Schafsmilch von der Insel Pag hergestellt wird. Darüber hinaus produziert Gligoria noch weitere Käsesorten, für welche Milch aus ganz Kroatien bezogen wird, wie beispielsweise aus Dalmatien, Lika und Kordun.

Aber zurück zum berühmten Pag-Käse. Das Rezept dessen folgt einem Spruch und dieser besagt, dass Pag-Käse aus drei Teilen besteht: Bora, Schaf und Mensch. Der Bora ist dabei der Wind, welcher das Klima und die Vegetation der Insel dominiert. Es ist ein rauher und starker Wind, welcher das Salz des Meere auf Pag weht. Dadurch ist die Vegetation spärlich und es wachsen nur sehr robuste Pflanzen und Kräuter, wie Salbei, Cistus und Fenchel. Dementsprechend sind die Schafe auf diesen Lebensraum angepasst, sind sehr trittsicher und genügsam. Und letztendlich natürlich der Mensch, welcher aus diesen beiden Komponenten den berühmten Käse herstellt. Diese Tradition soll so alt wie die Schaf-Haltung selbst sein und bis auf 800 v.Ch. zurückgehen. Erste schriftliche Beweise existieren innerhalb von Reiseberichten aus dem Jahre 1774.

Neben dem preisgekrönten Pag-Käse produziert Gligora noch bis zu 60 weitere Sorten, welche regelmäßig erweitert werden. Diese bestehen aus Kuh-, Schafs- und Ziegenmilch bzw. Auch Mischungen davon. Gligora ist sehr bestrebt mit neuen Zutaten zu experimentieren und stets neue Geschmäcker zu erzeugen. Und das konnte man mit allen Sinnen im Reife-Raum der Käserei wahrnehmen – es roch nach Lavendel, Kräutern, Chili oder Oliven. So viele angenehme Gerüche lagen in der Luft und machten Lust auf die Verkostung. In dieser probierte ich natürlich den berühmten Pag-Käse, welcher um die 24 Monate reifte und die jüngere Version davon, welche 2 Monate reifte. Beide schmeckten unglaublich aromatisch und man hatte das Gefühl den Charakter der Insel im Geschmack des Käses festgehalten zu haben. Ich kann nur bestätigen, dass die Rezeptur aus Bora, Schaf und Mensch seine Preise zu Recht verdiente. Darüber hinaus probierte ich „skuta“, welches ein ricottaartiger Frischkäse ist und wunderbar pur gegessen werden kann. Zusätzlich verkostete ich käsegefüllte Oliven und Hartkäse welcher durch das Handwerk der „affinage“ verfeinert wurde. Allesamt sehr ausgewogene und spannende Käsesorten!

Schlussendlich bleibt mir nur zu sagen, dass ich die Führung und die Verkostung sehr genossen habe und froh bin die Insel Pag und seinen Käse kennengelernt zu haben. Lieben Dank Toni für die tolle Führung und deine Zeit!

Beitrag enthält (unbezahlte) Werbung

Folge:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.