Mein Jahr 2020 – Ein Rückblick

Das Jahr 2020 war definitiv ein außergewöhnliches Jahr für mich. Obwohl ich schon immer viel unterwegs und oft Neues ausprobiert habe, hat 2020 mit seinen Ereignissen einen außergewöhnlichen Charakter.

Gleich nach Silvester bin ich mit Spencer zu meiner letzten Etappe aufgebrochen und über das Erzgebirge nach Prag gefahren. Danach habe ich mich weiter über Wien und Zagreb an die Adriaküste vorgearbeitet und dort die ersten warmen Sonnenstrahlen genossen. Kroatien war wie im Winterschlaf und die Dörfchen an der Küste verträumt. Ich ließ mir Zeit und genoss die milden Temperaturen und die Ruhe in den Orten, welche im Sommer von Touristen nur so wimmeln. 

Entlang der beeindruckenden Küstenstraße fuhr ich weiter bis nach Griechenland und konnte auch dort eine herrliche Ruhe mit nur wenigen Vanlifern genießen. Ich fand dort die herrlichsten und abgeschiedensten Stellplätze. Im Gegensatz dazu hat mich das lebhafte Athen sehr beeindruckt! So eine schöne Stadt mit einer tollen Kombination aus Tradition und Moderne. 

Weiter führte mich mein Weg auf die Peloponnes-Halbinsel, wo ich auf einen Schlag viele andere Vanlifer fand, welche dort ihren Winter verbrachten. Es war eine tolle Zeit mit vielen einzigartigen Begegnungen, Abenden am Lagerfeuer und Gesprächen.

Ich nahm dann über Nacht die Fähre nach Italien und bereiste damit das letzte Land meiner einjährigen kulinarischen Reise. Ich startete mit dem quirligen Neapel und arbeitete mich über das beeindruckende Rom in die malerische Toskana vor. Auch hier genoss ich die wärmeren Temperaturen und die Ruhe in den typischen italienischen Gassen (neben dem guten Wein und ganz viel Pasta). Es war ein absolut würdiger Abschluss meiner Reise und ich genoss jeden Sonnenauf- und Untergang und jeden gefahrenen Kilometer und umso mehr.

Nur wenige Stunden nach meiner Rückkehr in Deutschland wurden tatsächlich die Grenzen geschlossen und Corona hätte eine Weiterfahrt ohnehin nur schwer möglich gemacht. Ich hatte daher wahnsinniges Glück!

Ich nutzte die Zeit der auferlegten Isolation dafür meine einzigartige Erinnerung an die Reise – mein Kochbuch – fertig zu schreiben. Und das war weitaus mehr Arbeit, als ich angenommen hatte! Ich verbrachte drei Monate damit das Buch fertig zu stellen – nicht nur die deutsche, sondern auch die englische Version. Auch arbeitete ich da schon an dem Ausbauratgeber.

Ich nutzte die Zeit ebenfalls dazu meinen weiteren Weg nach der Reise zu gestalten. Ich hatte während meines Auszeitjahres zahlreiche Manufakturen besucht und sowohl Käse, als auch Wein und Bier hergestellt, Salz geerntet und Oliven gepresst. Auch habe ich Kaffee geröstet und dieses Handwerk hat mich von der ersten Sekunde an in den Bann gezogen! 

Ich wollte in meiner Zukunft eine Arbeit verrichten, welche am Ende des Tages einen tatsächlichen Output hatte und bei der ich ein unmittelbares Ergebnis fühlen sowie sehen konnte. Ich wollte nicht wieder in die Schreibtisch-Welt zurückkehren und mit Zahlen jonglieren. 

Daher begann ich im Sommer ein einmonatiges Praktikum in einer Kaffeerösterei in Hamburg und lernte allerhand über das spannende Handwerk. Ich las Unmengen an Lektüre und hatte so manche schlaflose koffein-geschwängerte Nacht. Nebenher war ich auf der Suche nach einem neuen Lebensmittelpunkt. Ziel der Reise war es ebenfalls gewesen ein „Zuhause“ zu finden, da ich nach meinem letzten Job in London tatsächlich keine Idee hatte, wo es mich hinverschlagen sollte. Während meiner Reise nahm ich mir die Zeit zahlreiche Gegenden zu erkunden und in mich „hineinzuhorchen“. Ich wollte einen Ort finden an dem ich mich Zuhause fühlte und bleiben wollte. Und den fand ich durch verrückte Umstände in diesem Sommer in Wismar. Einen Steinwurf von meiner Heimatstadt Greifswald entfernt. Wer hätte das gedacht? Fahre ich 40.000km durch 18 Länder Europas mit der Offenheit auch im Ausland leben zu können und lande dann letztendlich im beschaulichen Wismar. Und hier fühle ich mich so unwahrscheinlich wohl! Noch nie fühlte sich ein Ort so „richtig“ an. 

Also suchte ich einen Job und eine Wohnung, zog nach 1 1/2 Jahren aus meinem Van aus und wurde wieder sesshaft. Das war nicht nur eine besonders aufregende Zeit in der es galt zahlreiche Dinge zu organisieren, Vorstellungsgespräche zu haben und Wohnungen zu besichtigen, sondern es war auch eine plötzliche Änderung meines gewohnten Alltags. Hatte ich doch 2 Jahre keinen Job mehr gehabt und die Freiheit des Reisens genossen. 

Ich wollte mir einen Teil dieses Lebensgefühls bewahren und zum einen nur einen Teilzeit-Job beginnen und zum anderen eine Arbeit verrichten mit der ich mich identifizieren kann. Ich hatte das Glück genau diese Wünsche mit einem Job im Innovationszentrum in Wismar erfüllt zu bekommen, in dem ich StartUps berate und die Öffentlichkeitsarbeit mache. Ich bin sehr glücklich über diese Anstellung und vor mir lagen vier arbeitsreiche Monate in der ich das neue Gründerzentrum mit aufbauen durfte.

Zwischenzeitlich ist auch Ende des Sommers mein Kochbuch erschienen und ich war so unendlich stolz! Leider stellte dieses Ereignis und der Auszug aus meinem geliebten Zuhause auf vier Rädern das Ende dieser wunderbaren Zeit dar. Es war eine intensive Umstellung und ich brauchte eine Weile, um in meinem „neuen“ Leben anzukommen.

Wenig später wurde der Ausbauratgeber und dann die englische Version des Kochbuchs veröffentlicht. Es gab auch hier viel zu tun…

Und weil das alles noch nicht genug war, plante ich seit dem Sommer die Eröffnung meines eigenen kleinen Kaffee-Business`. Ich verbrachte also viel Zeit damit das Konzept zu erstellen, Verpackungen zu planen, Rohkaffee zu testen, eine Markenbotschaft zu gestalten, einen Online-Shop zu errichten, Räumlichkeiten für eine Packstation zu suchen und vieles mehr. Die Eröffnung von einem eigenen Business ist so viel komplexer, als manche vermuten würden. Ich hatte viele Nächte in denen ich nicht schlafen konnte und einfach um 3 Uhr mein „Arbeitstag“ begann. Es gab so viel zu bedenken! Aber es machte Spaß, elektrisierte mich und brachte mich meinem Ziel näher.

Zum 01. Dezember eröffnete ich dann mein Business und (glücklicherweise) damit ein turbulenter Monat mit zahlreichen Verkäufen (mehr unter www.fika-collectmoments.com).

Wenn ich jetzt so zurückblicke, erkenne ich einmal mehr wie ereignisreich dieses Jahr für mich war. Ich habe ein wichtiges und offenbarendes Kapitel in meinem Leben abgeschlossen, ein Zuhause und einen neuen Sinn in meinem Leben gefunden. Ich habe den neuen Weg, welchen ich zwei Jahre zuvor mit der Kündigung im Großkonzern, für welchen ich 10 Jahre gearbeitet hatte, eingeschlagen hatte, in einem Ergebnis münden lassen. Ich hatte meinen Lebensmittelpunkt neu gewählt und mein Leben komplett umgekrempelt. Ich habe einen Ort gefunden, an dem ich leben möchte und welcher nicht durch meinen Job definiert wurde. Ich habe eine Beschäftigung gefunden, bei dem ich eine Arbeit verrichte, die mich widerspiegelt und die einen Zweck hat, für den ich stolz einstehe. Und darüber hinaus habe ich eine Passion zu meinem Beruf gemacht. Ich habe den Mut gehabt dieses neue Leben zu gestalten und alle notwendigen Schritte zu gehen. Ich bin dankbar für all die Wegbegleiter und all die Unterstützung.

Es war ein wahnsinnig aufregendes Jahr und ich freue mich auf das nächste 🙂

Folge:

1 Kommentar

  1. Rüdiger Thomas Maik
    5. Juni 2021 / 4:10 am

    Hallo ich bin der Thomas und der Vater einer 11 Jahre alten Tochter. Und ich mußte dir einfach schreiben was ich normalerweise auch nicht machen weil ich Angst hätte mich zu verschreiben. Aber du hast auch jedes Recht auf dich selbst und dein Team Stolz zu sein. Und wenn jemand etwas anderes zu denken ist er fileicht nur auf Sichselbst Sauer. Gehe zu ihm hin und versuche im aufzubauen. Deine wirklich schöne und Mutige Entscheidung. Hatt Selbst mich dazu gebracht etwas aus deinem Leben deiner Wirklich Stärken Persönlikeit hat mich auch wenn ich Ehrlich bin dich noch besser kennen zu lernen. Wie das Leben eben Zufall in einer solchen Zeit. Ich Wollte mich Eigentlich über
    ( VANachhaltig) Erkundigen weil So wie es jetzt ist Kann es auf der Erde nicht Weiter gehen Die Menschen müssen sich Verändern Vielleicht Schaffen wir es ja Gemeinsam das Wer doch Gelacht?

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