Über mein kulinarisches Auszeit-Jahr in Europa

Es fühlt sich sehr komisch an wieder zurück in Deutschland zu sein… und dieses Mal um zu bleiben! Ich bin 12 Monate und 40.000 Kilomater durch Europa gereist, habe 18 Länder und ungefähr 250 kulinarische Orte besucht. Wie wars also?

Ich bin nur wenige Tage nach meinem 30. Geburtstag am 17. März 2019 gestartet. Und ich war, ehrlich gesagt, nicht nur vor Freude aufgeregt sondern auch ein klein wenig aus Angst. Ich war unsicher, was mich erwarten würde und ob ich nicht auf einige Probleme stoßen würde.

Ich traf vor wenigen Wochen (also kurz vor dem Ende der Reise) ein britisches Pärchen. Rachel fragte mich dann, wie viele Male ich vor Wut oder Hilflosigkeit geweint hätte. Und nach einigem Überlegen musste ich zu meinem eigenen Erstaunen feststellen, dass ich kein einziges Mal deswegen weinen musste. Tatsächlich kullerten jedoch einige Male die Tränen vor Freude und Glück. 

Ich denke diese Geschichte fasst meine Reise ziemlich gut zusammen. Weder der Umbau des Vans, noch die Reise brachten mich zur Verzweiflung. Natürlich war der Umbau nervenaufreibend und kostete viel Zeit sowie etwas Mut, jedoch war letztendlich alles machbar. Ebenso mit der Reise – natürlich musste ich mich in den ersten Wochen (oder Monaten) erst an den neuen Lebensstil gewöhnen und mich zurecht finden, zumal ich vorher noch nie mit einem Camper verreist bin. Ich musste erst herausfinden, wie lange meine Wasservorräte reichen würden und ob eine Fahrt von 400km mit einem Wohnmobil anstrengend sein können (zur Info – sie sind es!). Aber unterm Strich war auch hier alles machbar mit etwas Geduld und Vorbereitung.

Während meiner Reise verbrachte ich mehrere Wochen zusammen mit Familie und Freunden im Van, überlebte eine üble Grippe, besuchte den südlichsten und nördlichsten Ort Europas, händelte Temperaturen zwischen +40 Grad und -15 Grad und schlief circa 350 Nächte in meinem Van, davon fast jede Nacht an einem anderen Ort. Und es war großartig! Die Freiheit und der Luxus von Zeit sind unbezahlbar. Ebenso die Flexibilität sowohl die Destination, als auch die Zeit frei wählen zu können. Hinzu kam meine kulinarische Mission, für die ich lokale Produzenten, Manufakturen und Bauernhöfe kontaktierte und um ein Kennenlernen bat. Gern wollte ich mehr über lokale Spezialitäten, Erzeugnisse und über ihr jeweiliges Handwerk lernen. Viele von ihnen waren sofort begeistert sowohl von der Idee, als auch meiner Mission und luden mich zu sich ein. Dadurch traf ich so viele inspirierende und faszinierende Menschen und lernte so viel neues über lokale Produkte und Wege der Herstellung bzw. des Anbaus. Ich lernte sogar, wie man Esel melkt und wie man Oliven erntet! Und unabhängig vom Land und Gewerk – überall wurde ich herzlich willkommen geheißen und überall waren die Menschen froh ihre Passion zu teilen. 

Jedoch folgte ich nicht nur einer kulinarischen Route, sondern schrieb nebenher auch ein Kochbuch, in welchem ich alle Erlebnisse sammelte und auch tolle Rezepte für die Van-Küche kreierte. Zu Beginn schrieb ich an diesem Kochbuch nur als privater Motivation, um eine ganz eigene Erinnerung an meine Reise zu haben und auch um mir eine Beschäftigung während des Auszeitjahres zu geben. Jedoch sprach ich mit mehreren anderen Vanlifern, die ich unterwegs kennenlernte und wurde dazu ermutigt das Buch professionell zu veröffentlichen. Also schrieb ich nach etwa der Hälfte meiner Reise einige Verlage an und bewarb mich mit meinem Buch. Glücklicherweise traf ich auf Ramona und Ulli (Wenn-Nicht-Jetzt Verlag), welche das Buch mit der gleichen Überzeugung wie ich veröffentlichen wollen. Eine einzigartige und perfekte Erinnerung an meine Reise und eine überraschende Wendung.

Jedoch ist nicht nur das Kochbuch ein tolles Ergebnis der Reise, sondern vor allem die vielen Menschen und Begegnungen auf meiner Reise. Ob Obstbauer oder andere Vanlifer – jede/r einzelne von ihnen bereicherten meine Reise und waren eine Inspiration. All die lieben Menschen machten meine tolle Reise erst zu dem, was sie ist. Ich bin dankbar für jede einzelne Begegnung und freue mich, einige von ihnen heute zu meinen Freunden zählen zu können.

Ich könnte an dieser Stelle noch viele Geschichten und Eindrücke mit euch teilen, jedoch würde ich damit ein weiteres Buch füllen können. Grundlegend möchte ich jeden von euch dazu motivieren für eure Träume zu kämpfen und neuen Wegen zu trauen. Es lohnt sich!

Folge:

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