Ein kulinarisches Wochenende in Athen

Griechenlands Hauptstadt war vollkommenes Neuland für mich, sodass ich sehr gespannt auf das Entdecken dieser Stadt war. Sowohl kulturell als auch kulinarisch gab es viel zu ergründen!

Ich begann mein kulinarisches Wochenende natürlich wieder mit einem guten Frühstück. Jedoch nicht ohne es mir vorher verdient zu haben, sodass ich zuerst einen Fußmarsch zum Olympia-Stadium hinter mich legte und die Kultur für den Tag absolvierte. Danach jedoch kehrte ich im „Philos“ (Solonos 32, Athina 106 73) ein und war sofort angetan vom Design und der Atmosphere. Die Musik ähnelte eher jener in einem Spa, weswegen man sofort in den Entspannungsmodus wechselte. Ich bestellte einen griechischen Kräutertee und ein Rührei mit Tomaten, Cherry, Feta und Portobello-Champignons. Ich bekam eine Teekanne mit Timer und dazu eine Schüssel mit einer vollkommen neuen Interpretation des „Rühreis“ und es war fantastisch! In dieser war das Rührei zwischen passierten Tomaten und all den anderen herrlichen Zutaten „verquirlt“ und es ähnelte eher einem Shakshuka. Aber es schmeckte einzigartig und ich zähle es zu einem de besten Frühstücke meiner ganzen Reise!

Danach ging es zur ersten Rösterei in Athen, die ich besuchen wollte – „Mr Bean Coffee Brewers“ (Emmanouil Benaki 20, Athina 106 78) wo ich einen Kaffee aus Kenya probierte. Ein schön eingerichtetes Cafe auf mehreren Ebenen mit viel Licht und hellen Farben. 

Danach fühlte ich mich gestärkt, um mich der kulturellen Seite Athens zu widmen. Ich spazierte über den Monastiraki Flohmarkt an der gleichnamigen U-Bahn-Station und wanderte durch die vielen einzelnen Gassen. Es gibt so unwahrscheinlich viele individuelle Cafés und Restaurants zu entdecken! Abseits der touristischen Pfade merkt man, wie sich eine junge und einzigartige Szene entwickelt. Ich hielt an einem Falladel-Stand, an dem eine lange Schlange (vermeintlich) Einheimischer stand – „Falafellas“ (Aiolou 51, Athina 105 51), welche zu sehr günstigen Preisen jegliche Sorten Falafel und Salate zum Mitnehmen anbieten. Super lecker für Zwischendurch!

Danach machte ich mich auf den Weg nach Plaka, einem beschaulichen und verwinkelten Stadtgebiet direkt an der Akropolis. In diesem hat man eher den Eindruck in einem kleinen Dorf gelandet zu sein, da die Bauten sehr niedrig und so gar nicht „großstädtisch“ wirken. Natürlich versteckten sich hier auch unzählige Restaurants und Cafés. Ich erhielt die Empfehlung (mehrerer) Griechen für das „Anafiotika Cafe“ (Mnisikleous 24, Athina 105 56), welches authentische gut griechische Küche serviert. Da mir jedoch ein sportliches Programm bevorstand, entschied ich mich eher für einen Eis-Kaffee und etwas Arbeit im „Thirdplace.Athens“ (Apollonos 23Β, Athina 105 57) sowie einen vegetarisch gefüllten Bun im „Pink Flamingo Dim Sum“ (Skoufou 2-4, Athina 105 57). Beides tolle Locations, welche sich in der Fülle vieler anderer einladend aussehender Orte aufhielten. Diese Ecke eignen sich also ebenfalls für einen kulinarischen Spaziergang, bei dem man einfach dort anhält, wo der Appetit einen hintreibt 🙂 Ich beendete meinen ersten Tag mit einer Yoga-Session über AirBnB.experience und hätte mir meinen ersten Tag nicht besser vorstellen können.

Der zweite Tag begann früh in „The Greek Kitchen“ (Athinas 36, Athina 105 51), in welcher ich an einem Kochkurs teilnehmen würde. Dort lernte ich Vasia kennen, welche uns durch die kulinarische Welt Griechenlands führen würde. Wir begannen mit einem Rundgang in der nahegelegenen Markthalle Varvakios (Athinas 42, Athina), welche aus drei Teilen besteht. Dabei werden in zwei von diesen frisches Fleisch jeglicher Art verkauft. Vasia erklärte uns, dass in Griechenland typischerweise das ganze Tier angeboten und auch verkauft wird. So würdigt man jeden Teil des Tieres und es existieren Unmengen an Gerichten für jeden Teil davon. Es war etwas befremdlich komplette Schafe und Hasen im Schaufenster hängen zu sehen, jedoch gehört das zum Fleischkonsum dazu! Wir besorgten etwas frisches Hackfleisch für unseren Kochkurs und gingen weiter auf den Fischmarkt. Dort wurden Unmengen an mediterranen Fischarten, sowie Muscheln und Meeresfrüchten angeboten. Absoluter Wahnsinn! Gegenüber ist in etwas kleinerer Version der Obst- und Gemüsemarkt mit allerhand lokalen Schätzen. Auch hier machten wir einige Erledigungen und trafen auch eine Frau, welche jeden Tag selbst den Filo-Teig herstellt, den sie dann dort verkauft. Natürlich nahmen wir welchen mit. Vorbei an einer Vielzahl an Gewürzständen, Töpfen voller Nüsse und Trockenfrüchte und verführerisch riechenden Oliven gingen wir zurück zur Kochschule und machten uns ans Kochen.

Mit Schürzen ausgerüstet machten wir uns an die Vorbereitung von Spinattaschen mit Filo-Teig. Für die Füllung vermischten wir frischen Spinat, diverse Kräuter, Feta-Käse, Öl und Frühlingszwiebeln. Diese kam dann in den Filoteig welchen wir erst rollten und dann zu einer Schnecke formten. Das ging dann mit Sesam bestreut in den Ofen. Das gab uns Zeit für das Vorbereiten der gefüllten Weinblätter mit einer Hackfleisch-Reis-Mischung. Diese wurden dann in einer kleinen Mengen Wasser für 40 Minuten gedämpft. Im Anschluss entfernten wir das Fleisch von gebackenen Auberginenhälften und vermischten dieses mit Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch, Honig und Öl in einem Topf und ließen es aufkochen. Danach füllten wir die Mischung zurück in die Auberginenschalen und bestreuten es mit Feta. Das ging dann zurück in den Ofen. Damit das herzhafte Fest komplettiert wurde, machten wir noch Tzaziki selbst mit griechischem Joghurt, Gurke und Knoblauch – einfach himmlisch. Dazu Wein und frisches Brot und die Kursteilnehmer waren happy! Einfache aber sehr leckere typische Gerichte. Zum Abschluss gab es noch eine Art Orangenkuchen, welchen wir aus gezupften Filo-Teig, Eiern, Zucker und Orangenabrieb herstellten. Dazu eine Kugel Vanille-Eis – LECKER! Ein wirklich schöner Kochkurs und eine tolle Art in die Kulinarik Griechenlands einzutauchen.

Danach brauchte ich erst einmal eine kleine Pause und nach dem ganzen Essen einen Kaffee! Neben der Markthalle war zum Glück ein weiterer Röster, den ich besuchen wollte – „Mokka Specialty.Coffee“ (Athinas 44, Athina 105 51). Dort wird der griechische Kaffee nach traditioneller Weise zubereitet. Dafür werden kleine Kupferkessel in heißem Sand „vergraben“ und somit der darin enthaltene Kaffee gekocht. Sobald der Kaffee aufquellt, ist er fertig und wird ungefiltert serviert. Das gibt dem Kaffee einen sehr ausdrucksstarken Körper und eine dickere Textur – sehr interessant und genau das richtige nach dem Kochkurs!

Im Anschluss brauchte ich etwas Bewegung und wanderte wieder durch die Stadt. Es ist wirklich unglaublich wie viele verwinkelte Ecken es gibt. Musik und Gewürze strömen aus jeder Ecke. Ich hatte jedoch für den Tag an kulinarischen Köstlichkeiten genug und machte es mir im „The underdog“ (Iraklidon 8, Athina 118 51), einer weiteren Kaffeerösterei, gemütlich. Ein sehr großes Cafe mit direkter angeschlossener Rösterei. Sehr modern eingerichtet im Industrial Style und Lichterketten an der Decke. Ich entschied mich für einen handgebrühten Geisha Kaffee aus Panama – sehr gut!!! So konnte ich noch in toller Atmosphere für einige Stunden an meinem Kochbuch arbeiten und beendete ein tolles kulinarisches Wochenende in Athen!

Und wer sich wundert – ich war auch bei der Sehenswürdigkeit Nummer 1 – der Akropolis… nur schon einen Tag zuvor 🙂

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