Ein kulinarisches Wochenende in Wien

Nachdem ich am Freitag das Kaffee-Festival besucht hatte, verbachte ich das Wochenende damit Wien von einer kulinarischen Perspektive zu erkunden. Das bedeutete traditionelle Kaffeehäuser, ein gutes Schnitzel und viele neue österreichische Spezialitäte, die ich bis dato noch nicht kannte. Auf gehts!

Natürlich begann ich beide Tage mit einem guten Frühstück, um gewappnet für die Fußmärsche zu sein. Und irgendwie gehört Frühstück für mich zu den wichtigsten Mahlzeiten am Tage (neben Mittag und Abendessen haha). So kehrte ich einen Tage im „Cafe Telegraph“ (Garnisongasse 7, 1090 Vienna) ein, welches ein wenig an ein Postamt erinnerte. Das Interiour war schlicht aber schick und die Karte wies so ziemlich alles auf, was Avocado-Liebhaber nur begehren könnteb, Dazu gab es ein reichhaltiges Angebot an Bowls und Eierspeisen, sodass sicher niemand hungrig gehen muss. Am zweiten Tag besuchte ich das „Cafe Hildebrandt“ (Laudongasse 15-19, 1080 Vienna), welches mitten im Volksmuseum liegt und dadurch einen sehr gehobenen aber doch fancy Eindruck machte. Es war bereits wenigen Minuten nach Öffnung an dem Morgen voll besetzt und ich hatte Glück ein kleines Eckchen abbekommen zu haben. Der Grund war nach kurzer Zeit klar – das Frühstück war super! Ich hatte ein sehr leckeres frisches Brot mit Avocado und dazu einen Rote-Beete-Latte. Wirklich gut!

An beiden Tagen unternahm ich eine kleine Sightseeing-Runde, um zum einen wieder hungrig zu werden und um zum anderen diese schöne Stadt zu genießen! Wien ist einfach auf eine schöne Art und Weise prunkvoll und anmutig. Viele beeindruckende Gebäude und schöne Gassen prägen das Stadtbild. Man fühlt sich wie eine Prinzessin, wenn man durch die Stadt flaniert…

Jedoch waren mir die kulturellen Highlights bereits bekannt, was ich leider von den kulinarischen nicht behaupten konnte. Daher buchte ich eine Verkostung österreichischer Produkte im „Gemisch.Warenhandlung“ (Liechtensteinstraße 31, 1090 Wien), wo ich Reiner kennenlernen durfte. Er führt den Delikatessen-Laden bereits seit 1,5 Jahren und bietet diese Tastings über AirBnB an, wo er besonders Touristen aber auch Einheimische ansprechen möchte. Er füllte die folgenden zwei Stunden mit lauter Leckerbissen aus Österreich und paarte diese mit erlesenen Weinen. Zu diesen gehörte der „Grüner Veltliner“, eine weiße Traube welche gern im Norden des Landes wächst, obwohl dort weniger Sonne zu finden ist. Trotzdem schmeckte dieser angenehm fruchtig und mild! Eine wirklich Überraschung. Ebenso wie der darauffolgende Weißwein „Gelber Muskateller“, welcher so unglaublich fruchtig roch und auch schmeckte! Eine absolute Offenbarung. An dem Punkt schämte ich mich auch etwas, so absolut gar nichts über österreichische (und offensichtlich gute) Weine gewusst zu haben! Umso besser, dass ich diese Verkostung gebucht hatte! Auch probierten wir vielerlei Sorten Schinken, dazu gehörten „Wiener Beinschinken“, „Wurzelspeck“, „Almspeck“ und „Schinkenspeck“, welche allesamt absolut lecker schmeckten. An Österreichischem Käse war ein Camembert, ein Blauschimmel, ein Käse mit Kürbiskernkruste und Wälderbergkäse auf der Platte zu finden. Auch hier war ich beeindruckt von der Vielfalt des Geschmacks! Gereicht wurde am Ende ein Rotwein der österreichischen Rebe „Blaufränkisch“, welcher ebenso delikat war, wie die beiden vorangegangenen Weine.

Ich hatte viel Spaß und einige kulinarische Offenbarungen während der Verkostung und lernte auch so einiges über die Österreichische Sprache, welche der deutschen zwar ähnlich aber doch so ganz anders war. Lieben Dank für die kulinarische Einführung in Österreich!

Ein kulinarischer Besuch in Wien erfordert natürlich auch, den berühmten Naschmarkt (1060 Vienna) zu besuchen – einen Markt, welcher sich über 600 Meter Länge erstrecht und etwa 120 feste Händler und 35 variable Stände beherbergt. Seine Ursprünge reichen bis 1780 zurück, wo bereits Milchprodukte auf diesem Markt verkauft wurden. Heute gibt es eine Vielzahl internationaler Händler und ein munteres Treiben. Viele Wiener besuchen den Markt, um sich zum Mittag oder ein Glas Wein zu treffen, während Touristen sich an dem internationalem Angebot erfreuen. Ich genoss das bunte Bild und wanderte gemütlich über den Markt.

Unweit vom Naschmarkt liegt eines der berühmtesten Kaffeehäuser der Stadt  „Cafe Sperl“ (Gumpendorferstraße 11, 1060 Vienna). Die Tradition der Wiener Kaffeehäuser reicht um die 337 Jahre zurück und begann einer Legende zufolge nach der zweiten türkischen Besetzung. Die zurückgelassenen Säcke mit Rohkaffee wurden geröstet, gemahlen und aufgegossen. Die Wiener mochten den bitteren Geschmack nicht und fügten Zucker und Milch hinzu, wodurch die „Wiener Melange“ geboren war. In dieser Zeit wurde ein Kaffeehaus nach dem anderen eröffnet und spezielle Kaffeesieder ausgebildet. Heute hat Wien um die 2.200 Kaffeehäuser und Cafes (man bedenke, dass die Stadt nur 2 Millionen Einwohner hat). Die traditionellen Kaffeehäuser  versuchen die alten Werte zu halten und verbieten großenteils Handys, um weiterhin gepflegte Konversation zu betreiben oder eine Zeitung zu lesen. Oftmals wird auch live Klavier gespielt. Also folgte ich der Anweisung, legte das Handy beiseite und lauschte dem Klavierspieler, während ich Sachertorte aß und Zeitung laß.

Jedoch hat Wien mittlerweile auch viele moderne Cafés und vor allem Röstereien zu bieten. Ich besuchte zum einen die „J. Hornig Kaffeebar“ (Siebensterngasse 29, 1070 Vienna), nachdem ich auf dem Festival schon einen sehr interessanten Filterkaffee priciest hatte. Ein sehr modernes Cafè mit angeschlossener Rösterei. Auch besuchte ich die „Coffee Pirates“ (Spitalgasse 17, 1090 Vienna), welche eine sehr entspannte und junge Atmosphere mit Dekorationen wie Surfboards und Fahrrädern hatten. Hier probierte ich einen handgefilterten aus Costa Rica und war begeistert vom beerigen Geschmack!

Neben dem Besuch von Kaffeehäusern und dem Probieren österreichischer Spezialitäten musste ich natürlich ein gutes Schnitzel essen gehen. Dafür folgte ich dem Rat verschiedener Einheimischer und besuchte das „Figlmüller“ (Wollzeile 5, 1010 Vienna), welches ein kleines uriges Lokal inmitten einer gemütlichen Gasse ist. Dort folgte ich den Empfehlungen des Kellners und bestellte ein typisches Schnitzel mit Preiselbeeren und Erdäpfelsalat. Und obwohl es kein echtes Wiener Schnitzel war (da es aus Schwein war), schmeckte es super! Ich fand die Kombination der Komponenten sehr spannend und schaffte fast das ganze Schnitzel zu essen (mit einem Durchmesser von ungefähr 30 Zentimetern!).

Natürlich gibt es noch viele weitere Spezialitäten, wie Kaiserschmarrn, Kasnudeln oder Tafelspitz aber ich konnte einfach nicht noch mehr essen…. Jedoch ist das glücklicherweise ein Grund noch einmal wiederuzukommen!

Beitrag enthält unbezahlte Werbung.

Folge:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.